SPD Holzgerlingen

 

Holzgerlinger SPD Geschichte

Holzgerlinger SPD Geschichte

Vor mehr als hundert Jahren, am Sonntag, 19.Mai 1901 wurde der SPD Ortsverein Holzgerlingen gegründet!

1. Wir haben Grund, stolz und selbstbewusst zu sein

Es war Ferdinand Lassalles historische Tat, mit der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) am 23. Mai 1863 in Leipzig, den entstehenden Arbeitervereinen ein einheitliches politisches Ziel gewiesen zu haben. Dieser Tag gilt als der Geburtstag der deutschen Sozialdemokratie.

38 Jahre später, am 18. Mai 1901 rufen im Böblinger Boten "mehrere Arbeiter" zur Gründung eines sozialdemokratischen Vereins in Holzgerlingen auf.

Gründungsaufruf

Am Dienstag, dem 21. Mai 1901 berichtet die sozialdemokratische "Schwäbische Tagwacht" (No. 115, Seite 3) unter "Aus dem Oberamt Böblingen":

Gründungsbericht

Heute, über 100 Jahre nach Gründung des Ortsvereins, blicken wir nach vorne, und deshalb machen wir uns auch immer wieder klar, woher wir kommen: eine Partei, die vor mehr als einem Jahrhundert angetreten ist, Menschen aus Not zu befreien, ihnen wirtschaftlichen Aufstieg und politisches Mitspracherecht zu verschaffen, in Deutschland die Demokratie zu verankern, Freiheit durchzusetzen.

2. Aufstieg trotz Unterdrückung: Die Arbeiterpartei wächst

1878 gab ein Attentat auf Kaiser Wilhelm I. Bismarck den willkommenen Anlass für das Anti-Sozialisten-Gesetz: Der Eiserne Kanzler wollte der aufstrebenden Sozialdemokratie ein für allemal den Garaus machen. Partei und Gewerkschaften waren fortan verboten. Doch die Sozialdemokratie trotzte dieser Probe. Sie wuchs und gedieh sogar in den zwölf Jahren, in denen das Anti-Sozialisten-Gesetz auf ihr lastete. Am Vorabend des Ersten Weltkrieges war die SPD mit 35 Prozent der Stimmen und 110 Abgeordneten die weitaus stärkste Fraktion des Reichstags. Die SPD war also eine Kraft in der wilhelminischen Klassengesellschaft - aber eine Macht im Staate war sie damals nicht.

3. Zwischen Republik und Diktatur: Die SPD kämpft für die Demokratie

In Berlin jubelten die Menschen, als Philipp Scheidemann am 9. November 1918 vom Reichstagsgebäude die Republik ausrief. Erstmals übernahm nun die SPD die Führung einer deutschen Regierung. Die Sozialdemokraten traten ein schweres Erbe an, denn die gescheiterte Militärführung und nationalistische Kräfte aller Schattierungen vergifteten das politische Klima mit Geschichtslügen, die zum Ruin der Weimarer Republik beitragen sollten. Am 23. März 1933 war es ein letztes Mal möglich, sich im Reichstag zur Demokratie zu bekennen. Nur die sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten sagten bei der namentlichen Abstimmung über Hitlers 'Ermächtigungsgesetz' ihr mutiges, unvergessliches 'Nein'.

4. Verantwortung für Deutschland: Wiederaufbau und Wandel

Nach dem 2. Weltkrieg organisierte Kurt Schumacher (1895-1952) von Hannover aus den Wiederaufbau der SPD, für die 1945 ein Neubeginn, nicht aber der Bruch mit ihrer bisherigen Geschichte bedeutete. Im November 1959 vollzog die SPD eine für die nachfolgenden Jahre wichtige Fortentwicklung: Ein Sonderparteitag verabschiedete in Godesberg das neue Grundsatzprogramm, das den Anspruch der deutschen Sozialdemokratie eine Volkspartei zu sein, programmatisch untermauerte. Eine Partei, die neue Ideen aufnimmt und sich neuen Schichten öffnet, stellte sich programmatisch dar als das, was sie schon lange gewesen war: eine linke, freiheitliche, sozial-fortschrittliche Volkspartei.

5. Machtwechsel: Mehr Demokratie wagen

Die Überschrift über Willy Brandts erster Kanzlerschaft lautete: 'Mehr Demokratie wagen', wer erinnert sich nicht! Sozialdemokratische Reformpolitik hatte zwei Ziele: Frieden und Entspannung nach außen und gesellschaftspolitische Neuordnung im Inneren. Im dritten und vierten sozialliberalen Kabinett, nun unter Helmut Schmidt, der 1974 Willy Brandt als Kanzler gefolgt war, suchte die Sozialdemokratie in schwierigen Zeiten beide Reformprojekte fortzuführen. Das ist im größeren Maße gelungen, als es die öffentliche Meinung lange wahrhaben mochte.

6. Gesellschaftspolitischer Aufbruch

Das Kabinett Schröder setzt wichtige Akzente für einen gesellschaftspolitischen Aufbruch: Familien rücken in den Mittelpunkt vieler politischer Initiativen und profitieren so von spürbaren Entlastungen. Bildung und Forschung werden massiv gefördert - die Investitionen für die Verkehrsinfrastruktur erreichen einen noch nie dagewesenen Spitzenwert. Damit Deutschland wieder zusammenwächst, wird der Solidarpakt verlängert und die Ausgaben für den Aufbau Ost werden erhöht.

Außenpolitisch hat die Regierung Schröder große Herausforderungen zu meistern: Im Kosovo-Konflikt sind deutsche Soldaten erstmals an einem militärischen Einsatz beteiligt. Und auch in Mazedonien sorgen Bundeswehrsoldaten für die Erhaltung des Friedens und verhindern einen Bürgerkrieg. Ein souveränes Deutschland findet eine neue, verantwortungsvolle Position in der internationalen Politik.

Am 11. September 2001 erschüttern die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon in den USA die ganze Welt. Deutschland ist von Beginn an ein wichtiger Partner in der als Reaktion auf den Anschlag gebildeten "Koalition gegen den internationalen Terrorismus". Nach der gezielten Bekämpfung der Terror-Organisation "El Kaida" und der fundamentalistischen Taliban-Regierung in Afghanistan begleitet die deutsche Regierung im Verbund mit den europäischen Nachbarn den friedlichen und demokratischen Neuanfang in Afghanistan. Dieser Zusammenhalt ist ein Beleg dafür, dass Deutschland und vor allem Europa eine zunehmend wichtigere Rolle in der Welt spielen.

Europa ist enger zusammengewachsen; zum 1. Januar 2002 wird der gemeinsame europäische Wirtschaftsraum auch für die Menschen erfahrbar. In einer beispiellosen Währungsumstellung wird der Euro erfolgreich als gesamteuropäische Währung eingeführt.

7. Rot/Grün - die SPD wird zum dritten Mal stärkste Partei

Am 22. September 2002 gewinnt Rot-Grün die Bundestagswahl. Die SPD wird zum dritten Mal stärkste Partei im Deutschen Bundestag. Olaf Scholz, der neue Generalsekretär, sagt, die 140 Jahre alte Partei pflege die Tradition und sei zugleich offen für Neues. Unter der Kanzlerschaft Gerhard Schröders macht sich die SPD auf den Sozialstaat zu erneuern, um ihn zu erhalten.

Auf dem außerordentlichen Parteitag in Berlin am 21. März 2004 wird Franz Müntefering zum Vorsitzenden der SPD gewählt. Klaus Uwe Benneter übernimmt das Amt des Generalsekretärs der Partei, neuer Bundesgeschäftsführer wird Karl-Josef Wasserhövel.

Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 22. Mai 2005 kündigen der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering und Bundeskanzler Gerhard Schröder Neuwahlen an. Nach der Bundestagswahl am 18. September wird am 22. November die Regierung der großen Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Franz Müntefering vereidigt. Neuer Generalsekretär der Partei wird Hubertus Heil.

8. Die SPD blickt nach vorn

In einer Welt wachsenden Reichtums und wachsender Armut sind die deutschen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten mit der überkommenen Zielsetzung ihrer Partei durchaus einig. Und wir sind überzeugt: Ob diese Welt eine friedliche werden wird, ob auch noch unsere Enkel ihre Luft atmen, ihr Wasser trinken können, das wird nicht zuletzt davon abhängen, wie viele Fortschritte diese Sozialdemokratie auf dem Weg zur gemeinsamen Sicherheit, zur Wahrung der natürlichen Lebensgrundlagen, zur Humanisierung der Arbeit und zur freiheitlichen Gestaltung aller Sphären des öffentlichen Lebens machen wird.

9. 2009 und morgen - in was für einer Gesellschaft wollen wir in Zukunft leben?

Als erste Partei Deutschlands ruft die SPD 2007 dazu auf, aktiv am neuen Grundsatzprogramm mitzuarbeiten.

Anmerkung: Hervorragende Information zur Geschichte der SPD finden Sie auf den Internet Seiten der Friedrich Ebert Stiftung, die Sie unter "www.fes.de" aufrufen können. Zur Geschichte der SPD im Landkreis resp. des Oberamtsbezirks Böblingen finden Sie eine umfangreiche Materialsammlung im Stadtarchiv Sindelfingen.
 

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